VDMA gründet neue Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik

Ziel: Gemeinsame Plattform rund um die Produktionsausrüstung und die Produktentwicklung für die Medizintechnik bieten.

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Harald Preiml, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im VDMA

Mit über 80 Mitgliedern geht die neue Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im VDMA an den Start. „Wir freuen uns sehr über diesen großen Zuspruch. Er zeigt, dass wir mit unserem Angebot einen Nerv treffen“, sagt Harald Preiml, frischgebackener Vorsitzender der neuen Gruppierung, anlässlich der Gründung am 11. März 2014 in Düsseldorf.

Neben klassischen Produktionstechnikherstellern interessieren sich Anbieter von Komponenten, die in medizinischen Endprodukten verbaut sind, einschlägige Forschungsinstitute und Firmen, die den Schritt vom Maschinenbauer zum Anbieter medizintechnischer Produkte wagen, für eine Mitgliedschaft in der AG. Angesprochen sind außerdem die Abnehmer aus der Medizintechnik und Mediziner selbst.  

Ziel der Arbeitsgemeinschaft ist es, eine gemeinsame Plattform rund um die Produktionsausrüstung und die Produktentwicklung für die Medizintechnik zu bieten. „Ein Dialog zwischen Maschinenbau, Medizin und Medizintechnik findet bisher nur unzureichend statt“, stellt Harald Preiml fest. „Das wollen wir ändern und alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette an einen Tisch holen, um das Optimum für alle Beteiligten und letzten Endes für den Patienten zu erreichen.“ Die Herausforderungen seien vielfältig und am besten interdisziplinär zu lösen. Aus dem Verständnis des Mediziners einerseits, der den Bedarf und die Akzeptanz des Patienten kennt, und der Kenntnis technischer Möglichkeiten und naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse andererseits müssen neue Lösungen entwickelt werden.

An der Arbeitsgemeinschaft beteiligen sich 14 Fachbereiche im VDMA. Das sind Antriebstechnik, Elektrische Automation, Fluidtechnik, Kunststoff- und Gummimaschinen, Laser für die Materialbearbeitung, Mess- und Prüftechnik, Mikrosystemtechnik, Nahrungs- und Verpackungsmittelmaschinen, Oberflächentechnik, Präzisionswerkzeuge, Robotik und Automation, Software, Textilmaschinen und Werkzeugmaschinen.

Diese Fachbereiche bedienen alle die Abnehmerbranche Medizintechnik. Während die Werkzeugmaschinenhersteller die Produktionstechnik zur Herstellung von Prothesen und Implantaten liefern, stellt die Oberflächentechnik z. B. deren Biokompatibilität sicher. Während die Mikrotechnik die zunehmende Miniaturisierung medizintechnischer Produkte ermöglicht, sichern Softwareanbieter, dass auf Basis individueller Patientendaten individuelle Teile gefertigt werden können und der Mediziner mit intelligenten Assistenzsystemen unterstützt wird. Darüber hinaus steuert Software hochkomplexe medizinische Geräte, in denen wiederum viele Komponenten aus der Antriebs- und Fluidtechnik stecken. Das Know-how der Spritzgießmaschinenhersteller fließt in die Produktion medizinischer Einwegartikel oder komplexer Teile aus Kunststoff ein. Der 3D-Druck bietet in der Medizintechnik zudem neue Potenziale für die Individualisierung von Implantaten.

Plattform für Produktionstechnik

Die Belieferung der überaus anspruchsvollen Abnehmerbranche Medizintechnik verlangt von den Ausrüstern jedoch auch viel Engagement und vor allem einen langen Atem: Jeder, der Leistungen und Produkte in die Branche verkaufen möchte, muss sich mit seiner Organisation auf die komplexen Prozesse und gesetzlichen Rahmenbedingungen bei den Kunden einstellen. Bei der Fertigung von Prothesen oder Implantaten besteht die Herausforderung beispielsweise darin, Einzelteile so wirtschaftlich herzustellen, wie es in einer Serienproduktion gelingt. Zudem sind validierte Produktionsverfahren notwendig, um alle Qualitätsanforderungen erfüllen zu können.

Diese und andere Themen will die Arbeitsgemeinschaft aufgreifen und Unterstützung leisten. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht zunächst die Positionierung und Bekanntmachung der neuen Plattform in der Öffentlichkeit bei den relevanten Zielgruppen und die intensive Kommunikation ihrer fachlichen Kompetenz. Außerdem wird sie zügig den Dialog mit den Forschungspartnern aufnehmen und gemeinsam mit den Mitgliedern die wichtigsten Themen für das Arbeitsprogramm definieren.