Fit für den Wettbewerb

Die Portalfräsmaschine FZ33 compact von F. Zimmermann im Einsatz bei der A. Erglis GmbH in Heilbronn.

1932

Die Konkurrenz im Modell- und Formenbau schläft nicht. Wer sich in diesem Umfeld behaupten will, braucht nicht nur ein umfassendes Know-how. Entscheidend ist zudem der passende Maschinenpark, um flexibel auf Aufträge reagieren und kurze Bearbeitungszeiten gewährleisten zu können. Die A. Erglis GmbH in Heilbronn hat aus diesem Grund Portalfräsmaschinen von F. Zimmermann im Einsatz, die unterschiedlich große Arbeitsräume bieten. Neu hinzu gekommen ist jetzt eine platzsparende Neuentwicklung von Zimmermann: die FZ33 compact. Erglis ist der erste Anwender, der diese Anlage im Einsatz hat.

"Wir sind zu 100 Prozent ausgelastet", sagt Rainer Eckelt, der in dritter Generation die Geschäfte der A. Erglis GmbH in Heilbronn führt. An Arbeit mangele es zwar nicht, dafür sei die Konkurrenz sehr hoch, insbesondere aus den Billiglohnländern. Und diese Konkurrenz drücke die Preise erheblich, bedauert der Geschäftsführer. Gegründet wurde das Modell- und Formenbauunternehmen 1965 von Arnold Erglis. 1979 übernahm Josef Eckelt das Unternehmen, 2003 sein Sohn Rainer. Mittlerweile beschäftigt die A. Erglis GmbH 42 Mitarbeiter. "Unsere Kunden kommen hauptsächlich aus der Automobil- und Möbelindustrie", erklärt Rainer Eckelt. Sein Portfolio ist groß. "Wir fertigen Formen und Modelle, Prototypen und kleine Serien", beschreibt er sein Unternehmen. Dazu gehören Kontrolllehren für Einzelteile und Bauteilgruppen, Ur-, Gießerei- und Klopfmodelle sowie Datenkontrollmodelle aus Kunststoff, Holz oder Aluminium. Konstruiert und gefertigt werden weiterhin Tiefziehwerkzeuge aus Aluminium, Kunststoff oder Zamak sowie Schäumwerkzeuge für Weich- und Hartschäume. Durch die hohe Qualität der Produkte hat sich der Betrieb inzwischen einen großen Kundenstamm aufgebaut. "Wir haben rund 20 Unternehmen, von denen wir regelmäßig Aufträge erhalten", sagt Eckelt. Erglis ist oft für drei Monate im Voraus ausgelastet, im Werkzeug- und Formenbau eine komfortable Situation. "Unser Betrieb arbeitet 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche", ergänzt er. "Das ist unsere Antwort auf den starken Wettbewerb."

Effizienter Maschinenpark

(v. l. n. r.) Die Fräser Simon Traub und Rafael Lange sowie Geschäftsführer Rainer Eckelt vor der neuen FZ33 compact

Hohe Anforderungen sind deshalb an den Maschinenpark gestellt. "Wir mussten immer weniger selbst Hand anlegen", erinnert sich Eckelt. "Fräsarbeiten nahmen im Lauf der Jahre kontinuierlich zu." Dabei muss sich das Unternehmen immer schneller auf unterschiedliche Größen, Materialien und Komplexitäten der Bauteile einstellen können. Wichtig seien kurze Durchlaufzeiten, eine hohe Präzision bei der Bearbeitung, um die Bauteile möglichst nicht nachbearbeiten zu müssen, sowie eine sehr hohe Verfügbarkeit der Anlagen.

Die A. Erglis GmbH hat vier Portalfräsmaschinen der F. Zimmermann GmbH im Einsatz. Die erste Anlage des schwäbischen Maschinenbauers, die sich das Heilbronner Unternehmen 1997 angeschafft hat, war eine Portalfräsmaschine vom Typ FZ30 mit Verfahrwegen von 4.000 x 2.860 x 1.500 Millimetern. Diese Anlage hat das Unternehmen im vergangenen Jahr gegen eine neue Maschine gleichen Typs, aber mit größeren Verfahrwegen von 6.000 mal 2.860 mal 1.500 Millimetern getauscht. Weil mit den Jahren die Anzahl der Aufträge und auch die Größe der Bauteile weiter zunahm, dabei auch immer häufiger Bauteile aus Aluminium bearbeitet werden mussten, wurden 2002 und 2008 je eine weitere Fünf-Achs-Portalfräsmaschine vom Typ FZ37 am Standort in Betrieb genommen. Überzeugt habe den Geschäftsführer die enorme Stabilität und der große Arbeitsraum. Aber nicht nur das. "Wir sind vor allem von dem guten Service der F. Zimmermann GmbH begeistert", resümiert Eckelt. "Die Spezialisten sind im Notfall schnell vor Ort. Das würde bei einem spanischen oder italienischen Anbieter anders aussehen." Gesteuert werden alle Anlagen mit der SINUMERIK 840D sl von Siemens. Diese ist mit dem Operator Panel OP019 und der Bedieneroberfläche SINUMERIK Operate ausgestattet. Das enthaltene Frästechnologiepaket SINUMERIK MDynamics gewährleistet hohe Oberflächengüte durch die innovierte Bewegungsführung Advanced Surface.

Kleinere und mittlere Bauteile wirtschaftlich bearbeiten

Um trotz der hohen Auftragslage flexibel reagieren und vor allem auch kleinere und mittlere Bauteile wirtschaftlicher bearbeiten zu können, benötigten die Heilbronner eine weitere Anlage. "Wir waren voll ausgelastet, da durfte keine Anlage ausfallen, sonst hätten wir ein großes Problem gehabt", sagt der Geschäftsführer. In der Werkhalle war der Platz allerdings begrenzt, deswegen kam für die Modell- und Formenbauer nur eine kompaktere Portalfräsmaschine in Frage. Im Gespräch mit den Experten von Zimmermann stellten diese die neue FZ33 compact vor. Die Fünf-Achs-Portalfräsmaschine überzeugt mit bis zu 2,50 Metern in der X-, drei Metern in der Y- und 1,25 Metern in der Z-Achse durch einen großzügigen Arbeitsraum bei sehr geringen Außenabmessungen der Anlage. Dabei ist sie besonders leistungsstark und stabil. Sie wurde konzipiert, um Bauteile aus Aluminium und Verbundwerkstoffen schnell von fünf Seiten komplett zu bearbeiten. Ebenso lassen sich auch Werkstücke aus Stahl und Guss mit hoher Dynamik im Simultanbetrieb schlichten.

"Eigentlich genau das, was wir benötigten", ist Rainer Eckelt zufrieden. Er steht vor der neuen Anlage, die seit April in seinem Unternehmen läuft. Über ihm, neben dem Sichtschutz, steht noch immer "Verkauft an Firma A. Erglis GmbH". "Wir waren die ersten, die diese Maschine im Einsatz haben", sagt er stolz. Auf dem Maschinentisch ist ein Aluminiumblock aufgespannt, aus dem ein Prototyp einer Fahrzeugtür gefräst wird. Für die komplette Bearbeitung hat Erglis rund 150 Stunden eingeplant. Die Konstruktionsdaten gelangten vom Kunden direkt zum Heilbronner Formen- und Modellbauer. Dort setzte ein Mitarbeiter diese ins CAD-System Catia um. Anschließend wurden sämtliche Daten an die neue FZ33 compact übergeben.

Die Portalfräsanlage FZ30 in der Werkhalle

Schnell und genau positioniert


"Aufgrund der standardisierten Baugruppen, dem modularen Aufbau der Anlage und der Vorratsfertigung in der Montage können wir die FZ33 compact zu einem attraktiven Preis anbieten", erklärt Christian Zierhut, Leiter Vertrieb und Marketing sowie Mitglied der Geschäftsleitung bei Zimmermann. In Verbindung mit dem großen Anwendernutzen amortisiert sich die Anlage binnen kürzester Zeit. Durch ihren eigensteifen Basiskörper aus Guss mit integrierter Tischplatte, welcher in den meisten Fällen ohne spezielles Maschinenfundament auf dem Hallenboden verankert werden kann, den aufgesetzten mit Spezialbeton gefüllten Seitenwänden, sowie ihrem struktursteifen Portal erreicht die FZ33c eine hohe Dynamik. Zum Einsatz kommt bei Erglis der Zimmermann-Fräskopf VH20. Dessen Antrieb erfolgt über elektronisch verspannte, spielfreie Torque-Doppelmotoren, die C-Achse über einen Torque-Direktantrieb. In Verbindung mit einem hochauflösenden Messsystem wird ein schnelles und hochpräzises Positionieren ermöglicht, denn der Fräskopf verbindet hohe Drehmomente mit hohen Rotationsgeschwindigkeiten in der A- und C-Achse. "Durch den symmetrischen Aufbau und die nach unten verjüngte kompakte Bauform des Fräskopfs besitzt dieser außerdem eine geringe Störkontur", weiß Eckelt. Zudem sei er vielseitig einsetzbar. Besonders in der Automobilindustrie könne das Unternehmen Bauteile kleiner bis mittlerer Größen und verschiedene Materialien bearbeiten.


Rund um die Uhr in Betrieb

Damit die Anlage auch nachts und an den Wochenenden in Betrieb sein kann, ohne dass ein Mitarbeiter dabei sein muss, hat Zimmermann die FZ33 compact, so wie auch die anderen Zimmermann-Maschinen, mit einem Werkzeugwechselsystem ausgestattet. "Damit können wir unsere Kunden wesentlich schneller beliefern und durch die teilweise mannlose Fertigung die Produkte außerdem günstiger anbieten", erläutert Eckelt. Eine vollautomatische Laser-Werkzeugvermessung und ein Funktaster runden die Ausrüstung ab. Der in die Portalfräsmaschine integrierte Funktaster sichert ein schnelles Einmessen des Bauteils. Zur Ausstattung gehört weiterhin ein Späneförderer. Dieser kann für die Trockenbearbeitung mit eingebauten Klappen verschlossen werden. Dies ermöglicht einen sehr schnellen Wechsel zwischen Nass- und Trockenbearbeitung.

Die neue Portalfräsmaschine FZ33

Es sind Vorschubgeschwindigkeiten bis zu 60 Meter in der Minute möglich, die Achsbeschleunigung im Eilgang reicht bis zu fünf Meter in der Quadratsekunde. "Damit lassen sich innerhalb kürzester Zeit exzellente Oberflächen fräsen", so Eckelt. Überzeugt ist er zudem vom Zahnstangenantrieb. Denn dieser arbeitet präzise und kraftvoll ist aber dennoch sehr leise. "Bei der Entwicklung der neuen Anlage haben wir einen besonderen Fokus auf die Bedien- und Servicefreundlichkeit gelegt", ergänzt Christian Zierhut. Alle relevanten Baugruppen sind für den Bediener sehr gut zugänglich. Zudem sind hochwertige Komponenten verbaut, die eine lange Lebensdauer gewährleisten. Der Anwender profitiert somit von geringen Lebenszykluskosten. Durch ihr kompaktes Design und ihre ausgeklügelte Bauform biete sie außerdem flexible Aufstellmöglichkeiten.

Nach der Bearbeitung spannen Mitarbeiter das Bauteil ab und transportieren es in den Messraum. "Hier prüfen unsere Mitarbeiter die Tür auf Herz und Nieren", sagt Eckelt während ein Mitarbeiter die neue FZ33 compact reinigt, um sie anschließend für den nächsten Auftrag vorzubereiten.

Kontakt:

www.f-zimmermann.com