Die neue LU3000 von Okuma

Profitable 4-Achsenbearbeitung in der 7.Generation

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Mit der neuen LU3000 folgt seit 1978 die nunmehr 7. Generation 4-Achsen-Drehmaschinen mit 2 unabhängig voneinander gesteuerten Revolvern auf den Vorläufer LU300 in der Futterklasse Ø 200 – 250 mm bzw. max. Dreh-Ø 340 mm und für Drehlängen 600 oder 1.000 mm.
Das neue Modell ist technisch auf höchstem Niveau und mit der ebenfalls gerade vorgestellten,  neuen CNC Okuma OSP-P300L ausgerüstet.

Auch die neue Maschine ist wieder mit einem 45°-Verbundbett sowie dem Thermo-verträglichen TFC-Prinzip  ausgerüstet. Dieses kompakte Genauigkeitselement mit Bettschlitten- und Reitstockführungen sowie Montageflächen für Spindelkasten, Servomotore und Kugelrollspindelaufnahme wird in einer Aufspannung bearbeitet. Zur Vermeidung von ungleichmäßiger Deformation durch thermische Einflüsse ist es außerdem aus geometrisch einfachen Elementen konstruiert. Somit wird eine hohe Maßstabilität schon ab Kaltstart und sogar bei sich um +/- 8° ändernder Umgebungstemperatur erreicht.

Lünette auf unterem Revolver
Simultandrehen innen und außen reduziert die Stückkosten um bis zu 35%.
Durch Synchrondrehen mit doppeltem Vorschub ist eine Reduzierung der Bearbeitungszeit um bis zu 50% möglich.

Die standardmäßige integrierte Okuma-Motorspindel hat jetzt eine Bohrung von Ø 80 mm und ist vorne und hinten mit einem 2-reihigen Zylinderrollenlager ausgerüstet, die Leistung beträgt 2-stufig 22 kW bei 428 Nm und die max. Drehzahl 5.000 1/min. Optional stehen auch 30 kW zur Verfügung sowie weitere Spindelbohrungen von Ø 91 oder Ø 112 mm. Die 2 Drehzahlstufen können ohne die Spindel abzubremsen bei voller Drehzahl innerhalb von 0,5 Sekunden geschaltet werden. Ebenfalls beibehalten wurden für X und Z die bewährten hydrodynamischen, eingeschabten Gleitführungen mit einstellbaren Keilleisten. Die Eilgänge betragen 25 m/min (X) bzw. 30 m/min (Z), der Antrieb erfolgt wieder über Okuma-Servos mit Okuma-Enkodern und rein absolutem Wegmeßsystem. Das Anfahren eines Referenzpunktes entfällt somit.

Das Werkzeugsystem ist wahlweise als Scheibenrevolver nach DIN 69880 (Ø 40 x 63 mm) oder als Sternrevolver mit radialer Okuma-Direktaufnahme ausgeführt, wobei letztere für einen stärken und höhertourigen Antrieb bei der Ausrüstung mit angetriebenen Werkzeugstationen mit 7,1 kW/40,4 Nm/6.000 1/min  zu empfehlen ist. Dabei sind dann alle 12 Stationen des oberen, sowie als weitere Option alle 8 Stationen, des unteren Revolvers zum Bohren und Fräsen geeignet Die Spindel ist mit einer C-Achse für Auflösung 0,001° ausgerüstet einschl. 3-facher Hyd-raulik-Scheibenbremse (2 x zur Klemmung und 1 x als Dämpfung für C-Achsen-Vorschub).

Für außermittige Bearbeitungen kann der obere Revolver zusätzlich mit einer Y-Achse und einem Verfahrweg von 120 mm (+70/-50 mm) ausgestattet werden. Bei der Ausführung mit Reitstock werden 2 Alternativen angeboten: Schleppbar mit Bettschlitten (optional auch per Programm) oder programmierbar mit eigenem Servo-Antrieb. Anstelle des Reitstocks ist auch eine Gegenspindel lieferbar, die mit dem oberen Revolver bedient werden kann während gleichzeitig der untere Revolver mit der Hauptspindel arbeitet.

Die neue Okuma-eigene Steuerung OSP-P300L ist mit zentralem i7-Intel-Prozessor, Industrie-Festplatte 160 GB und einem zweiten, völlig offenem Betriebssystem Windows (z.B. für Excel-Programme mit API/VBA) einschl. USB, Ethernet und Browser ausgestattet. Das erste (Okuma-) CNC-Betriebssystem steuert davon unabhängig und absolut prozesssicher die Maschine bzw. die Werkstückbearbeitung. Mit der OSP-P300L wird auch eine neues Bedienkonzept möglich: Weg von der Funktionsorientierung und hin zum logischen Arbeitsablauf. Werkzeugverwaltung, Programmierung und Vorbereiten zum Testlauf sind jetzt folgerichtig und gruppenweise zusammengefasst. Die Tastaturanord-nung und -belegung sowie die Bildschirmmenüs wurden ebenfalls darauf abgestimmt. Häufige Betriebsartenwechsel werden somit vermieden und die Anzahl der Tastenbetätigungen für die entsprechenden Befehlseingaben drastisch reduziert. Die 4-Achsen-Programmerstellung kann direkt an der Maschine per Dialog-Programmierung erfolgen mit Wandlung in ein ISO-Programm oder natürlich auch klassisch sofort per ISO oder auch im Mix Dialog/ISO. Im Idealfall ist so Synchronbearbeitung mit doppeltem Vorschub und deshalb um 50% geringere Bearbeitungszeit möglich oder aber Simultanbearbeitung mit im Schnitt um 35% reduzierten Stückkosten. Zum Editieren und zur Programmoptimierung kann das ISO-Programm für beide Revolver im Monitor gleichzeitig bzw. nebeneinander dargestellt werden, um so das dauernde, nervige Auf- und Abscrollen zu vermeiden. Somit ist eine gute Übersichtlichkeit auch bei sehr langen Programmen gewährleistet und komfortables Editieren auch mit copy-and-paste von einem zum anderen Revolver so einfach wie nur eben möglich – natürlich auch per Finger oder Stifteingabe direkt über den berührungsempfindlichen Bildschirm am schwenkbaren Bedienpult.

Die Programmierung ist so einfach wie bei 2-Achsen-Maschinen und als Sicherheit können Schutzzonen um Futter/Backen, Reitstock und Werkzeuge/Halter gelegt werden. Bei den Steuerungsfunktionen gibt es keinerlei Funktionseinschränkungen und das standardmäßige Werkzeugüberwachungssystem auf Bruch- und Verschleiss überwacht beide im Eingriff befindlichen Werkzeuge unabhängig voneinander, natürlich auch die rotierenden.

Mit der LU3000 unterstreicht Okuma die Marktführerschaft bei der 4-Achsen-Bearbeitung, die im Vergleich zu 2-achsigen Modellen durch Synchron- und Simultanbearbeitung die Bearbeitungszeiten um bis zu 50% reduzieren bzw. die Stückkosten um bis zu 35% senken. Durch 2 Revolver stehen mehr Werkzeuge zur Verfügung, der untere Revolver kann optional auch mit einer Lünette ausgerüstet und bei Futtermaschinen als Reitstock zur Wellenbearbeitung eingesetzt werden. Darüber hinaus können 4-achsig auch technologisch Werte erzielt werden, die 2-achsig gar nicht möglich wären, z.B. wesentlich höhere Schnittgeschwindigkeiten beim Stechen durch gegenseitiges Freischneiden der Platten, Außenbearbeitung langer, dünner Wellen ohne Einsatz einer Lünette und Abstützen bzw. stabilisieren von Futterteilen durch Vollbohren und gleichzeitiges Überdrehen mit dann deutlich höheren Vorschüben. Und schließlich wird durch die reduzierten Stückzeiten auch die entsprechende Kapazität erweitert.

Neu ist die erweiterte Funktion Machining Navi zur Vibrationsvermeidung beim Drehen und Gewindestrehlen bei gleichzeitiger Erhöhung der Oberflächengüten und deutlich längeren Werkzeugstandzeiten.

Kontakt:

www.hommel-gruppe.de