„Der monokristalline Diamant ist der mit Abstand billigste HIGH-TECH-Schneidstoff überhaupt“

Werner Becker, Seniorchef der Becker Diamantwerkzeuge GmbH aus Puchheim bei München, ist einer der Pioniere in Sachen Diamantwerkzeuge in Deutschland. Im Rahmen eines Kurz-Interviews bezieht Herr Becker Stellung zu den aktuellen Entwicklungstrends rund um dieses Produkt.

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Wie kann die bereits hohe Leistungsfähigkeit der Diamantschneiden weiter gesteigert werden?

Werner Becker: Die enorme Leistungsfähigkeit der Diamantschneiden wird seit etwa vier Jahren durch zielgerichtete Weiterentwicklungen bei der Schneidengeometrie sowie auch bei den Diamantschneidstof-fen massiv vorangetrieben. Das Ziel für die entsprechenden Anstrengungen ist schlicht die Erhöhung der Standzeiten um das 5- bis 100-fache gegenüber dem heutigen Standard. Selbstverständlich wird dabei auch das Qualitätsniveau der hergestellten Produkte in wesentlichen Punkten deutlich verbessert und das generelle Anwendungsspektrum für Diamantschneiden entscheidend erweitert.

Welche Diamanten kommen heute in erster Linie zum Einsatz?

Werner Becker: Neben dem bekannten monokristallinen Diamant wird heute in rasant steigendem Umfang der CVD-Dickfilmdiamant eingesetzt. Er schließt ideal die Lücke zwischen dem monokristallinem Diamant und dem heute bekannten PKD-Diamant. Jedoch ist die Entwicklung von solidem PKD-Diamant mit einer um ca. 50% höheren Temperaturbeständigkeit im Gange und wird voraussichtlich den heutigen PKD-Diamant komplett ersetzen und dabei auch bei den Standzeiten neue Maßstäbe markieren.   

Welche Technologien kommen bei der Herstellung der Schneiden zum Einsatz?

Werner Becker: Heute wird die Laserabtragstechnologie zusätzlich für die Herstellung der Schneiden so-wohl bei CVD-Dickfilmdiamant wie auch bei PKD-Diamant eingesetzt. Dabei werden optimale Schneidenqualitäten erreicht, die weder mit Schleifen noch Feinsterodieren möglich sind. Allein durch diese Lasertechnologie wird eine Standzeitverbesserung um das 3-fache erreicht ohne die Geometrie zu verändern.

Wo sehen Sie Quantensprünge?

Werner Becker: Als Quantensprung bei den Diamantschneiden betrachte ich die 3D-Spanbrechergeometrien, die ebenfalls mit der neuen Lasertechnologie problemlos hergestellt werden können. Der Einsatz solcher Schneiden steigt weltweit in beachtlichem Umfang, da das bekannte Problem der Fliesspanbildung bei allen Diamantschneiden ohne 3D-Spanbrecher ausgeschaltet wird und damit automatisch die Qualität der Produkte wie auch das Zeitspanvolumen gesteigert wird.

Insbesondere die monokristalline Diamantschneide bietet höchste Leistungsfähigkeit?

Werner Becker: Ich weise mit Nachdruck darauf hin, dass die monokristalline Diamantschneide mit modi-fizierten Schneidengeometrien bei professionellem Einsatz und den entsprechenden Anwendungen eine derartige Leistungsfähigkeit erbringt, wie kein anderer Diamantschneidstoff heute und in Zukunft auch nur ansatzweise erreichen wird. Der monokristalline Diamant ist der mit Abstand billigste HIGH-TECH-Schneidstoff überhaupt.

Unternehmen: Becker Diamantwerkzeuge GmbH

Das 1987 gegründete Familienunternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung, der Produktion und dem weltweiten Vertrieb von Präzisions-Zerspanwerkzeugen aus ultraharten Schneidstoffen, wie zum Beispiel Naturdiamant, Synthesediamant und cubischem Bornitrid (CBN). Zum Einsatz kommen die Werkzeuge in erster Linie in der metallverarbeitenden Industrie und dem Formenbau. Neben der Firmenzentrale in Puchheim bei München betreibt die Becker Diamantwerkzeuge GmbH Fertigungsstätten in Idar-Oberstein und in Landsberg am Lech.

Kontakt:

www.beckerdiamant.de