VDMA: 4.000 neue Arbeitsplätze im Jahresverlauf

Maschinenbau in Baden-Württemberg erwartet 2012 Umsatzanstieg von fünf Prozent

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Der baden-württembergische Maschinenbau zeigt sich trotz der Turbulenzen im Euro-Raum und der weltwirtschaftlichen Abschwächung weiterhin in einer guten Verfassung.

„Wir haben zwar eine ruhigere Gangart eingelegt. Es geht aber weiterhin moderat aufwärts“, so die Stellvertretende Vorsitzende des VDMA-Baden-Württemberg (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) Christine Kienhöfer bei der Vorstellung der jüngsten Konjunkturumfrage des Verbandes am Donnerstag in Stuttgart.

Insgesamt rechnen die an der Umfrage beteiligten 371 Unternehmen mit 225.000 Beschäftigten – die fast 80 Prozent des baden-württembergischen Maschinenbaus repräsentieren – 2012 mit einem Umsatzanstieg in der Größenordnung von nominal fünf Prozent.

Gute Auftragssituation

51 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen bezeichnen die aktuelle Auftragssituation als gut oder sehr gut, 34 Prozent als befriedigend. Nur 15 Prozent der beteiligten Unternehmen berichten von einer schwachen oder schlechten Lage. Auch für die nächsten Monate bleiben die baden-württembergischen Maschinenbauer recht optimistisch. 65 Prozent der beteiligten Unternehmen gehen von einer unverändert guten Auftragssituation aus, 17 Prozent der Betriebe rechnen mit einer nochmaligen Verbesserung, 18 Prozent mit einer Verschlechterung.

4.000 offene Stellen

Die Unternehmen des baden-württembergischen Maschinenbaus bauen weiter Personal auf. Nach einem Aufbau von 10.000 Stellen in 2011 sind in den ersten Monaten 2012 noch einmal 2.000 Stellen hinzugekommen. In den nächsten Monaten wollen 36 Prozent der Unternehmen nochmals Personal aufbauen und 58 Prozent den Personalstand konstant halten. Nur sechs Prozent der Betriebe wollen ihren Beschäftigtenstand ver-ringern. „Somit könnten 2.000 weitere neue Arbeitsplätze hinzukommen, so wir denn die geeigneten Mitarbeiter finden“, erklärte Kienhöfer.

Derzeit berichten 70 Prozent der Betriebe über offene Stellen. Von den konkret gemeldeten 3.319 Stellen entfallen 44 Prozent auf Ingenieure und 34 Prozent auf Facharbeiter. Hochgerechnet auf den gesamten baden-württembergischen Maschinenbau sind dies derzeit über 4.000 offene Stellen.

Nochmals mehr Ausbildungsplätze

Zur langfristigen Bekämpfung des Fachkräftemangels setzen die Betriebe weiterhin stark auf die eigene betriebliche Ausbildung. 87 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen bilden aus. 20 Prozent haben ihre Ausbildung nochmals verstärkt, 61 Prozent das Ausbildungsniveau konstant gehalten und nur sechs Prozent weniger Auszubildende eingestellt.

Viele Betriebe des Maschinenbaus bilden auch weiterhin über ihren Bedarf aus uns leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der beruflichen Perspektive junger Menschen. „Ich bin froh, dass die Tarifvertragsparteien in der Metall- und Elektroindustrie keine generelle Verpflichtung der Arbeitgeber zur Übernahme aller Auszubildenden vereinbart haben. Dann wäre es unzweifelhaft zu einer Verminderung der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe gekommen“, so die stellvertretende VDMA-Vorsitzende.

Unternehmen erwarten weiteres Wachstum in 2013

Trotz der weiterhin ungelösten Probleme im Euro-Raum, der Staatsverschuldungskrisen und des Abkühlens der Weltkonjunktur bleiben die Unternehmen des baden-württembergischen Maschinenbaus auch für 2013 recht optimistisch. 72 Prozent der Betriebe erwarten in 2013 einen Umsatzanstieg, 20 Prozent einen unveränderten Umsatz und nur acht Prozent einen Rückgang.

Krisen im Euro-Raum sind größter Unsicherheitsfaktor

Die anhaltenden Unsicherheiten im Euro-Raum sind zum Wachstums-hindernis Nummer 1 für den Maschinenbau geworden. 70 Prozent der an der Umfrage beteiligten Unternehmen geben an, dass die Krisen im Euro-Raum ihr weiteres Wachstum behindern. Erst an zweiter Stelle rangiert mit 32 Prozent der Fachkräftemangel. Nach Kienhöfer setzt sich der VDMA weiterhin für den Euro und ein stärkeres Zusammenwachsen in der Geld- und Finanzpolitik in Europa ein. Mittelfristig müssten aber alle Mitgliedsstaaten der EU ihre Aufgaben grundsätzlich ohne finanzielle Unterstützung Dritter leisten können.

Quelle: VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau)