CeramTec investiert am Standort Plochingen

Seit knapp 30 Jahren gab es bei CeramTec am Hauptsitz in Plochingen keinen Neubau in dieser Dimension: Der Spezialist für Technische Keramik installierte einen, nach dem neuesten Stand der Technik entwickelten, modernen Sprühturm für die Keramik-Masseaufbereitung. Insgesamt beläuft sich die Summe der strategischen Investitionen auf 8 Millionen Euro.

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Neben einer neuen Fertigungsstraße für Dentaltechnik und zwei Hydraulikpressen für komplexe Bauteile wurde in ultraschallunterstützte 5-Achs-Bearbeitungszentren investiert. Das Highlight ist allerdings der neue Sprühturm zur Aufbereitung von keramischen Granulaten, dem Grundmaterial für die Herstellung von Produkten aus Hochleistungskeramik. Die neue Sprühturmanlage ermöglicht eine hochmoderne und prozessverbesserte Keramik-Masseaufarbeitung, die eine höhere Produktivität mit sich bringt. Insgesamt werden im neuen Sprühturm über 30 verschiedene keramische Werkstoffe hergestellt, die alle unterschiedlich aufbereitet werden müssen. Die in Plochingen produzierten Massen werden neben den deutschen Standorten auch weltweit an die internationalen Standorte der CeramTec GmbH geliefert. Aufgrund  der Qualitätsanforderungen an die aus den Massen produzierten Produkte ist es notwendig, dass die Werkstoffe den Maßstäben allerhöchster Reinheit entsprechen – dies unterstützt die neue Anlage. Qualitätsverbesserung und Produktivitätssteigerung sind somit die Kernvorteile der neuen Sprühturmtechnik.

Das sprühgetrocknete keramische Granulat wird zur Weiterverarbeitung in Fässer abgefüllt.

Kontakt:

www.ceramtec.com

Neue Sprühturmanlage
Die komplette Masseaufbereitung ist nun in einem Gebäude vereint, wodurch Laufwege verkürzt und der Herstellungsprozess optimiert werden. Das neue, prägnante Sprühturmgebäude ist insgesamt 20 Meter hoch, verfügt über vier Stockwerke, ist 36 Meter lang und 9,5 Meter breit. Die gesamte Anlage wurde so konzipiert, dass ein optimaler Produktionsfluss für eine Top-Down-Produktion erreichbar ist. Durch die neue, innovative Technik sind für CeramTec neue Qualitätsstandards bei der Masseaufbereitung möglich. Die Gefahr der Kontaminierung durch die Aufbereitung verschiedener Massen im selben Sprühturm wird verringert und die Reinigungs- und Rüstzeiten werden verkürzt. CeramTec bleibt somit in der Lage, Produkte und Innovationen weiter wettbewerbsfähig auf den Markt zu bringen. Die im Sprühturm entstehenden Werkstoffe finden in der Dentalmedizin, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobiltechnik und in der Textilindustrie Anwendung.

Herstellung von keramischen Massen
Die einzelnen Rohstoffe für die Keramikherstellung werden zuerst gemahlen, dann gemischt, filtriert und am Ende sprühgetrocknet. Im ersten Schritt der Mahlung werden die Rohstoffe im Bereich von Mikrometern zerkleinert, wobei für besondere Spitzenprodukte auch Pulver verarbeitet werden, die nur wenige Nanometer groß sind. Der entstehende sogenannte Schlicker wird mit Bindemitteln und anderen organischen Additiven versetzt und im Sprühturm in einem heißen Luftstrom zerstäubt. Die entstandenen Granulate lassen sich dann in dieser Form gut dosieren und die Arbeitsmasse kann einfach weiterverarbeitet werden. Um die Qualität ständig zu überprüfen, werden die chemische Zusammensetzung, die Kristallstruktur und die Größenverteilung mit physikalischen Messmethoden laufend untersucht.