Hermle verdoppelt Auftragseingang im 1. Halbjahr

Der Gosheimer Frässpezialist steigert den Umsatz um ca. 75 % auf 114,1 Mio. Euro und erwartet im Gesamtjahr 2011 weiterhin ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus

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Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG entwickelte sich im ersten Halbjahr 2011 sehr dynamisch. Unterstützt durch die günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen hat sich der Auftragseingang des schwäbischen Werkzeugmaschinenherstellers gegenüber der noch schwachen Vergleichsperiode 2010 konzernweit auf 172,2 Mio. Euro mehr als verdoppelt (Vj. 82,7). In Deutschland lag der Zuwachs bei gut 84 % auf 77,5 Mio. Euro (Vj. 42,1), aus dem Ausland gingen mit 94,7 Mio. Euro sogar rund 133 % mehr neue Bestellungen ein (Vj. 40,6). Besonders gefragt waren die 2010 im Markt eingeführten Hermle-Maschinenneuheiten.

Der Orderbestand belief sich per 30. Juni 2011 auf 91,4 Mio. Euro. Seit dem Jahreswechsel hat sich das Auftragspolster damit knapp verdreifacht (31.12.2010: 33,3) und reicht inzwischen bereits in das Folgejahr hinein.

Durch die hohe Nachfrage waren die Kapazitäten von Hermle wieder stark ausgelastet. Der Konzernumsatz stieg in den ersten sechs Monaten 2011 um 75,5 % auf 114,1 Mio. Euro (Vj. 65,0). Davon erzielte Hermle 56,4 Mio. Euro im Inland, rund 91 % mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (Vj. 29,5). Der Auslandsumsatz erhöhte sich um 62,5 % auf 57,7 Mio. Euro (Vj. 35,5). Das entspricht einer Exportquote von 50,6 % (Vj. 54,6 %).

Der Mehrumsatz und die steigende Kapazitätsauslastung führten zu einer erheblichen Ertragsverbesserung: Das Betriebsergebnis (EBIT, Ergebnis vor Zinsen und Steuern) des Hermle-Konzerns kletterte von Januar bis Juni 2011 auf 16,1 Mio. Euro (Vj. 2,1), und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte von 2,3 Mio. Euro auf 16,4 Mio. Euro zu. Damit stieg die Bruttomarge vom Umsatz auf 14,4 % (Vj. 3,5 %). Nach Steuern wurde ein Periodenüberschuss von fast 11,7 Mio. Euro ausgewiesen (Vj. 1,6).

Auch die Finanz- und Vermögenslage von Hermle wurde weiter gefestigt. Zum Stichtag 30. Juni 2011 verfügte das Unternehmen konzernweit über liquide Mittel in Höhe von 68,7 Mio. Euro (31.12.2010: 48,4). Das Eigenkapital nahm um 9 % auf 144,1 Mio. Euro zu (31.12.2010: 132,2). Daraus errechnet sich eine solide Eigenkapitalquote von 69,0 % (31.12.2010: 71,4 %).

Im Berichtszeitraum investierte der Hermle-Konzern 4,8 Mio. Euro in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände, 45,5 % mehr als im ersten Halbjahr 2010 (Vj. 3,3). Der Investitionsschwerpunkt lag auf dem Bau eines neuen Lager- und Logistikzentrums am Firmensitz in Gosheim, durch das die Abläufe in Service und Versand weiter beschleunigt werden. Die Arbeiten verlaufen planmäßig, sodass der Neubau voraussichtlich fristgerecht im Herbst 2011 bezogen wird.

Zum Stichtag 30. Juni 2011 beschäftigte Hermle konzernweit 844 Mitarbeiter nach 808 Personen ein Jahr zuvor. Der Zuwachs resultierte in erster Linie aus der Übernahme von Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss sowie aus punktuellen Neueinstellungen, beispielsweise im Service. Auch die Zahl der Auszubildenden lag mit 87 jungen Menschen weiterhin sehr hoch (Vj. 92). Gemessen an der Belegschaft des Standorts Gosheim entspricht das einer Quote von 13,1 % (Vj. 13,5 %).

Für die zweite Jahreshälfte 2011 bleibt Hermle aufgrund der sehr guten Auftragssituation zuversichtlich. Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiterhin einen Umsatzzuwachs im soliden zweistelligen Prozentbereich und eine entsprechend deutliche Ergebnisverbesserung. Die extremen Ausschläge an den internationalen Finanzmärkten sowie die Schuldenkrisen in den USA und manchen Euro-Ländern beobachtet Hermle sehr genau, da Rückkopplungseffekte wie in der Finanzkrise 2008/2009 nicht auszuschließen sind. Bislang sind keine Auswirkungen auf das Geschäft bei Hermle festzustellen. Durch seine flexiblen Strukturen sieht sich das Unternehmen weiterhin gut auf rasche Nachfrageveränderungen eingestellt.

Kontakt:

www.hermle.de

Anmerkungen:
Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. 2010 erzielte das Unternehmen einen Konzernumsatz von rund 188 Mio. Euro und ein Betriebsergebnis von 24,8 Mio. Euro. Hermle-Werkzeugmaschinen kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik, optische Industrie, Luftfahrt-, Automobil-, Rennsportindustrie und bei deren Zulieferern zum Einsatz. Hermle-Aktien werden im Regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt am Main gehandelt.