TDM Interessenverband trifft sich zum Erfahrungsaustausch

Anwender diskutieren über Anforderungen an Werkzeugdaten

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Bereits zum 18. Mal fanden sich die User der führenden Werkzeugverwaltungssoftware TDM auf ihrem jährlichen Anwendertreffen zusammen. Im Mittelpunkt stand die Bereitstellung hochwertiger digitaler Werkzeugdaten für den gesamten Werkzeugkreislauf: Vorträge von Kunden, Partnern und TDM-Mitarbeitern boten Anlass für lebhafte Diskussionen.

Ziel der TDM-Anwendertreffen ist es, über aktuelle Themen der Werkzeugverwaltung zu informieren und gemeinsam mit den Anwendern über die Weiterentwicklung der Software zu diskutieren. Wo gibt es Optimierungspotential und welche Trends sind erkennbar? Die rege Teilnahme an den jährlichen Treffen sowie die aktive Gestaltung der Workshops zeigte das große Interesse der Kunden an der TDM-Software. Die Anforderungen an digitale Werkzeugdaten und -grafiken sowie deren optimale Nutzung in den Planungs- und Fertigungsprozessen eines zerspanenden Unternehmens stand in den vielfältigen Vorträgen im Fokus, zudem wurden von den Konzernpartnern Sandvik Coromant und Walter neue Produkt- bzw Servicekonzepte vorgestellt.

Digitale Werkzeugbibliothek mit Simulationsdaten

Mats Allard, Manager Virtual Machining von Sandvik Coromant, präsentierte den TDM-Anwendern eine Softwareneuheit: die Tool Library Services, kurz TLS. Die Werkzeugspezialisten bei Sandvik Coromant wollen einer zunehmend komplexeren und schnelleren Fertigung mit einer hohen Qualität der Planungsprozesse gerecht werden. TLS soll die Planungsmitarbeiter konkret mit den erforderlichen Daten, Grafiken und Know-how unterstützen: Werkzeuggeometrien, Schnittwerte, Anwendungsknow-how, Werkzeuggrafiken in 2D- und 3D. Diese Daten werden in einer digitalen Werkzeugbibliothek den CAD-/CAM-Anwendungen und Simulationsprozessen zur Verfügung gestellt, die Fertigstellung der Software ist bis Mitte 2011 geplant. Die Bibliothek soll neben den Sandvik Coromant-Werkzeugen auch Daten anderer Werkzeughersteller aufnehmen, und zwar in einem einheitlichen, angepassten ISO-Standard. „Sandvik Coromant ist Technologieführer für Zerspanungswerkzeuge und mit TDM Systems haben wir einen der Top-Experten für Werkzeugverwaltungssoftware in der Gruppe. Diese Kompetenz möchten wir nutzen und eine gemeinsame Software entwickeln.“, sagt Mats Allard. „Unabhängig von der Marke und dem Hersteller wollen wir Standardwerkzeugdaten bereitstellen für die Verwendung in CAD/CAM, Simulation und CNC-Steuerungen wo immer digitale Werkzeugdaten benötigt werden.“

MES und TDM zur Produktivitätssteigerung

Für Gunter Berthold, Technischer Vertriebsmitarbeiter der Firma FORCAM, können Unternehmen ihre Effizienz nur im Zuge eines Total Productivity Managements (TPM) steigern. Auf der einen Seite steht die Planungsebene (CAD/CAM) und auf der anderen Seite die Auftragsebene des ERP-Systems. Diese beiden Welten stoßen in der Fertigung aufeinander und müssen hier miteinander verknüpft werden, damit die Fertigung optimal vorbereitet werden kann. Die MES-Software von FORCAM und TDM V4 sind datentechnisch online verbunden und sichern eine schnelle Information und effektives Arbeiten für den Werker und die Werkzeugbereitstellung.

Anforderungen an 3D-Werkzeugdaten

Thomas Mücke, Projektleiter bei TDM Systems, sprach über die technischen Anforderungen an Werkzeugdaten bzw. 3D-Werkzeugdaten für eine sinnvolle Nutzung in CAM- und Simulationssystemen. Die Herausforderung liegt dabei in der Vielzahl verschiedener CAM-Systeme, welche unterschiedliche Dateiformate unterstützen, unterschiedliche Parameter verlangen und der Austausch zudem über verschiedene Schnittstellentechniken erfolgen kann. Lösung kann laut Thomas Mücke nur eine einheitliche Datenbasis sein. Ziel ist es, Werkzeugkomponenten aus verschiedenen Formaten zu einem Komplettwerkzeug zusammenzubauen, um diese wiederum für verschiedene CAM- und Simulationssysteme zu nutzen. TDM Systems bietet für die Vereinheitlichung der Datenbasis bereits Lösungen an: für die Erstellung von 3D-Komponenten, für den Komplettwerkzeugzusammenbau sowie für die Anpassung von 2D- und 3D-Komplettwerkzeuggrafiken.

Digitale Fertigung bei Festo nicht ohne TDM

Auch für Thomas Stanzl, verantwortlich für Produktionsanwendungssysteme bei der Festo AG, ist ein durchgängiger Daten- und Informationsfluss Voraussetzung für eine effiziente Produktion. Mit Einzug eines neuen CAD-Systems (Pro/E von PTC) erfolgte auch der Umstieg auf die aktuelle TDM-Version. In seinem Vortrag zur „Digitalen Fertigung in Verbindung mit SAP“ demonstrierte er, wie sich Auftrags- und Planungsebene miteinander verknüpfen lassen. „Wir haben mit TDM nochmals ganz neu auf der grünen Wiese mit vier Testmaschinen angefangen, und das war das Beste, was wir machen konnten.“ Seit vielen Jahren nutzt Festo schon die Werkzeugverwaltungssoftware TDM. „Mit dem Einstieg in die 3D-Welt war ein Umstieg auf die aktuelle TDM-Version erforderlich“, sagt Stanzl. Um für die neue Softwareumgebung die richtige Datenbasis zu schaffen, müssen nun 25.000 Werkzeugkomponenten angelegt werden, inklusive 3D-Werkzeuggrafik. „Die Komponenten sind dann so sauber mit 3D-Daten in der TDM-Datenbank angelegt, dass sich die NC-Programmierer beim Zusammenbau der Komplettwerkzeuge voll und ganz auf deren Korrektheit verlassen können“, so Thomas Stanzl.
Um Schnittstellen zu vermeiden und einen möglichst reibungslosen Datenaustausch sicherzustellen, hat man sich in der NC-Programmierung und CAM-Simulation ebenfalls für Softwarelösungen von PTC entschieden. „Wir haben somit zukünftig keine Schnittstellen mehr zwischen Konstruktion und Programmierung“, betonte Thomas Stanzl.

Walter Multiply – Mit Servicekonzepten zu mehr Produktivität

Walter Multiply, die neue Kompetenzmarke der Walter AG für Dienstleistungen rund um die Zerspanung setzt auf mehrere Servicemodule zur Steigerung der Produktivität des Kunden. Multiply verwendet die TDM-Software für die Optimierung der Werkzeug-Lagerorganisation und -ausgabe. Michael Schneider, Director Multiply & Engineering bei der Walter AG, erklärte den TDM-Anwendern die Möglichkeiten einer optimierten Lagerverwaltung in Verbindung mit Werkzeugausgabesystemen und TDM-Software. Dabei geht es nicht nur um eine kontrollierte Ausgabe, sondern auch um Kosten- und Verbrauchsauswertungen sowie die Berechung der Kosten pro Werkstück. Walter Multiply besteht aus vier Servicebausteinen, von der Planungsunterstützung über die Fertigungs- und Logistikorganisation bis hin zu Instandhaltung und Trainings.

Workshop zum Anwendernutzen

Seit 2009 sorgen zusätzlich fachbezogene Workshops für einen Erfahrungsaustausch zwischen TDM Systems und Software-Anwendern.. Am Vortag des Anwendertreffens wurde intensiv über die Shopfloor-Lösung TDMshopcontrol und den Einsatz von Multitools diskutiert. Eine Anforderung der Anwender ist die Integration von Komponenten, Prüfmitteln und Vorrichtungen in den Shopcontrol-Kreislauf. „Die Workshops sind sehr gut und bringen uns alle weiter bei Neuentwicklungen und dem, was wirklich gebraucht wird“, sagt Axel Köhler von Trumpf. „Wir können uns dadurch viel besser in die weitere Entwicklung der Software einbringen – die Vorschläge kommen von den Anwendern selbst.“ Wobei ein Dauerthema die 3D-Grafiken zur fertigungsnahen Simulation ist, weiß der Vorstand des Interessenverbandes auch von anderen Nutzern der Werkzeugverwaltungssoftware. Gerade durch die Vielzahl an CAM-Software am Markt, seien bei weitem nicht alle Formate „kompatibel“. Axel Köhler kennt die Problematik: „Da wünschen wir uns als Anwender einheitliche Formate, dass nicht jedes CAM etwas anderes erwartet.“

Weitere Diskussionspunkte u.a. das Handling von Werkzeugen, die keiner Werkzeugliste direkt zugeordnet sind, die Möglichkeit Einstellaufträge zu splitten und die Bilanzierung und Buchung von Spannmitteln und Vorrichtungen mit der Werkzeugstückliste. Heinz Wührer-Kirner, Verantwortlicher für die Produktionsplanung bei der Krones AG, Neutraubling, zeigte, wie das mit TDM funktioniert.
Der nächste Workshop, diesmal zum Thema „3D Daten“, wird im April oder Mai 2011 stattfinden.

Kontakt:

www.tdmsystems.com

Anmerkungen:
Über TDM Systems

Bereits seit über 20 Jahren entwickelt die TDM Systems GmbH (Tübingen) Software zur Organisation von Werkzeugdaten und Betriebsmitteln.
Als Kompetenz-Center für Tool Data Management (TDM) kann TDM Systems auf das Know-how verschiedener Werkzeughersteller bei der Entwicklung von Softwareprodukten zurückgreifen. Inzwischen befindet sich die vierte Produktgeneration von TDM im Einsatz. Ein Schlüssel zum Erfolg von TDM sind kundenorientierte Lösungen.
Heute präsentiert sich TDM mit einem kompletten System zur Fertigungshilfsmittelorganisation: Werkzeuge, Vorrichtungen, Prüfmittel, Rüst- und Spannmittel und deren Daten werden mit TDM organisiert und verwaltet. Die aktuelle Version des TDM V4 ist in zehn Sprachen verfügbar und wird auf allen internationalen Märkten vertrieben.