Späneschutz für Werkzeugmaschinen

Neue Energiekette für Verfahrwege bis 50 Meter freitragend

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Auf langen Verfahrwegen in Werkzeugmaschinen, wenn Energieketten gleitend eingesetzt werden müssen, sind Metallspäne ein Problem. Dazu haben die Konstrukteure von igus GmbH, Köln, jetzt eine horizontale Obertrumführung mit Namen „Guidelok“ entwickelt. Die neue Energieketten-Lösung ist prädestiniert für größere Verfahrwege bis 50 m freitragend im Spänebereich.

Das jetzt vorgestellte System führt das Obertrum der Energiekette auf schwenkbaren Rollenhaltern, die im beweglichen Radius der Kette einklappen und so eine ungehinderte Fahrt garantieren. In einem leichten Rinnenkanal aus Aluminium geführt, fährt die Energiekette zunächst an den Rollenhaltern vorbei. Diese schwenken dann ein und nach dem Radius wieder aus. Anschließend legt sich das Obertrum auf den Rollenhaltern wieder ab. Durch diese Konstruktion können sich keinerlei Späne zwischen den Gleitflächen des Ober- und Untertrums der Energiekette festsetzen.

Weniger Material und Energie, nahezu kein Verschleiß
Neben dem vorrangigen Effekt, dem Schutz von Leitungen und Schläuchen vor Spänen, bringt diese Konstruktion eine Reihe weiterer Vorteile. Zum einen hat die enorme Erhöhung der freitragenden Länge zur Folge, dass Anwender bei einer gegebenen Länge eine kleiner dimensionierte Energiekette wählen können. Das spart Material und damit Kosten. Zum zweiten erhöht sich durch den Einsatz einer kleineren, freitragenden Energieführung auch die erforderliche Zug-/Schubkraft, also Antriebsleistung, um die Kette zu bewegen. Das spart Energie, ist effizient. Drittens sind beim neuen „Guidelok“ das Ober- und das Untertrum der Energiekette Gewicht sparend voneinander getrennt. Durch die geringe Krafteinwirkung minimieren sich Reibung und Verschleiß, die Lebensdauer wird noch einmal erhöht.

Bereits im Industrieeinsatz
Das neue Energiekettensystem ist, gerade erst eingeführt, bereits erfolgreich im Industrie-Einsatz bei einem deutschen Werkzeugmaschinen-Hersteller. Dort wurde eine schwere Stahlkette jetzt gegen „Guidelok“ ausgetauscht. Bei der Umstellung auf schlanken, modernen Kunststoff kam eine gleitende Energieführungs-Lösung nicht in Betracht. Metallspäne bis zur Größe von Ein-Euro-Münzen hätten sich im Innenradius zwischen Ober- und Untertrum der Kette abgelegt und diese beschädigt. Das neue System für lange freitragende Wege hingegen ist für solche Einsätze prädestiniert.

Die „Guidelok“-Energieführung ist – modular aufgebaut, mit wenigen Teilen, optional auch ohne seitliche Rinne – ab sofort ab Lager lieferbar. Unter www.igus.de/guidelok zeigen die Kölner u.a. einen Webcast, der das neue Konstruktionsprinzip veranschaulicht. Hersteller igus weist darauf hin, dass in 24 Stunden oder am gleichen Tag ausgeliefert wird, angesichts zurückhaltender Lagerhaltung bei vielen Unternehmen in dieser Zeit. Über 70.000 Artikel umfasst das Programm allein im Bereich Energieketten, Leitungen, Steckverbindern und allem weiteren Zubehör.

Bild 01: Neue Energiekette „Guidelok“ von igus GmbH, Köln, für den Spänebereich. Bis zu 50 m lange Verfahrwege sind jetzt freitragend möglich. So kann sich zwischen Ober- und Untertrum der Kette nichts festsetzen.

Bild 02: Im Radius fährt die Energiekette an den schwenkbaren Rollenhaltern vorbei (links), schwenkt ein und nach dem Radius wieder aus (mitte), dann legt sich das Obertrum auf den Haltern wieder ab (rechts).

Kontakt:

www.igus.de/werkzeugmaschinen