DEUTZ Power Systems setzt bei der Fertigbearbeitung von Großmotoren auf Großbearbeitungszentrum von BURKHARDT+WEBER

Die BURKHARDT+WEBER Fertigungssysteme GmbH präsentiert auf der AMB in Stuttgart einen V 20 Gas-Großmotor von DEUTZ Power Systems, der auf einem der größten Bearbeitungszentren der Welt, einer MCX 1400, fertig bearbeitet wird.

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Ungeachtet der explodierenden Kosten für die beiden wichtigsten fossilen Brennstoffe, Rohöl und Erdgas, ist der weltweite Energiehunger ungestillt. Der gesamte Weltenergiebedarf, also die Menge an Primärenergie, die weltweit verbraucht wird, muss mit alternativen bzw. erneuerbaren Energien ergänzt werden, da die Experten davon ausgehen, dass der weltweite Energiebedarf bis ins Jahr 2030 um etwa 50 Prozent zunehmen wird. Klar ist, dass mit den bekannten fossilen Ressourcen dieser gewaltige Energiebedarf nur noch für begrenzte Zeit befriedigt werden kann. Neben Wind- und Sonnenkraft, erfüllt auch eine Vielzahl von Gasen, die oft zusammenfassend als Biogase bezeichnet wird, das Kriterium der Erneuerbarkeit. Die meisten dieser Gase sind weitgehend unvermeidbare Nebenprodukte, wie sie zum Beispiel in der Abfallwirtschaft oder der Landwirtschaft aus organischem Material durch anaerobe biologische Prozesse entstehen. Fast alle Energieerzeuger haben die Vorteile der Biogase entdeckt.

Bild 1: Imposanter V-Block eines DEUTZ Power Systems-Gasmotors TCG 2020 vor dem Arbeitsraum einer MCX 1400 von BURKHARDT+WEBER. Bildnachweis: DEUTZ Powersystems GmbH

Die DEUTZ Power Systems GmbH in Mannheim zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Komplettanlagen zur dezentralen Energieerzeugung. Großmotoren von DEUTZ Power Systems wandeln fossile Brennstoffe sowie Sonder- bzw. Biogase in Strom, Wärme oder Kälte um. Die Energieausbeute in den motorbetriebenen Kraft-Wärmekopplungs-Anlagen von DEUTZ Power Systems ist gegenüber herkömmlichen Anlagen höher, bei gleichzeitig reduzierter Schadstoffemission. Der hohe Qualitätsanspruch, die Innovationskraft und die jahrzehntelange Erfahrung bei der Entwicklung von großen Verbrennungsmotoren haben DEUTZ Power Systems zum Marktführer in Deutschland bei den Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gemacht.

Bei BURKHARDT+WEBER in Reutlingen ist man deshalb stolz, dass die modernen gasbetriebenen Großmotoren mit 12, 16 oder 20 Zylindern vom Typ TCG 2020 (1.050 bis 2.070 kW bei 1.500 min-1) in Zukunft auf Großbearbeitungszentren vom Typ MCX 1400 gefertigt werden. Ausschlaggebend für die Auftragsvergabe war nicht zuletzt die große Flexibilität der Reutlinger Maschinenbauer, die jedem noch so speziellen Kundenwunsch mit großer Offenheit begegnet sind und im konstruktiven Dialog mit den Ingenieuren von DEUTZ Power Systems das passende Maschinenkonzept umgesetzt haben. Die Unternehmensstrategie, alle Kernbauteile grundsätzlich selbst zu entwickeln und in Reutlingen herzustellen, hat sich auch bei diesem Projekt wieder bewährt.

Wer große Motoren herstellen will, braucht ein großes, starkes und gleichzeitig präzises Bearbeitungszentrum. Die MXC 1400 verfügt über einen Störkreis von 4.100 mm im geschlossenen Arbeitsraum. Die maximale Zuladungskapazität beträgt 12.000 kg pro Palette. Bei der Bearbeitung sind Eilgänge von 45 m/min bei einer Beschleunigung von bis zu 2,5 m/min problemlos möglich. Der Präzisions-Ritzelzahnstangenantrieb in der X-Achse (4.100 mm) garantiert höchste Langzeitgenauigkeit, auch bei Schruppzerspanung in Kombination mit der Feinbearbeitung.

Das Bearbeitungszentrum, das bei DEUTZ Power Systems in Mannheim Anfang 2008 in Betrieb ging, ist mit 2 Paletten der Abmessungen 1.600 x 2.300 mm ausgerüstet, die während der Bearbeitung zusätzlich abgestützt werden können. Die 60 kW Hochleistungsspindel mit 4-stufigem Getriebe stellt ein beeindruckendes Drehmoment von 3.500 Nm im Dauerbetrieb zur Verfügung. Schwere Sonderwerkzeuge und Plandrehköpfe werden von einer zusätzlichen Fixier- und Klemmeinrichtung mit vier hydraulisch betätigten Spannbolzen an den Spindelflansch angezogen.

Bild 2: Das BAZ MCX 1400 von BURKHARDT+WEBER zählt zu den größen der Welt und wurde für die Bearbeitung des Gasmotor-V-Blocks speziell ausge-rüstet. Bildnachweis: DEUTZ Powersystems GmbH

Mit dem bewährten BURKHARDT+WEBER-Regalmagazin können Werkzeuge bis zu 60 kg Gewicht automatisch gewechselt werden. Um die schnellstmögliche Bereitstellung der Werkzeuge zu gewährleisten, wird unmittelbar nach der Werkzeugentnahme vollautomatisch das jeweilige Gewicht und Kippmoment ermittelt und danach die maximale Verfahrgeschwindigkeit des Regalfahrzeugs (bis zu 200 m/min. max.) bestimmt. Die Be- und Entladung des Magazins erfolgt über einen Beladeteller, der unabhängig von der Produktion die Vorgaben des Bedieners ausführt. Jedes Magazin kann zum Bestellzeitpunkt völlig individuell ausgerüstet werden und auch noch Jahre später ohne Zusatzbearbeitung oder Verkabelung problemlos umgerüstet oder bei Bedarf erweitert werden.

Der Auftraggeber hat sich auch bei der Herstellung der hydraulischen Spannvorrichtung auf die Kompetenz und die hohe Fertigungstiefe von BURHARDT+WEBER verlassen. Sowohl die Konstruktion, als auch die Fertigung und Montage dieses zentralen Bauteils des Bearbeitungszentrums wurde von den Reutlingern geleistet. Dabei wurden die Vorrichtungen so konzipiert, dass es mittels hydraulischer Verstellung möglich ist, den V-Block des Gasmotors mit einer Kantenlänge von 3.700 mm in mehreren Aufspannungen innerhalb zweier Vorrichtungen komplett zu fertigen.

Wer sich ein Werkstück dieser Dimension einmal live anschauen möchte, hat auf der AMB in Stuttgart vom 9. bis 13. September in Halle 8 Stand D12 Gelegenheit dazu.

Anmerkungen:
Unternehmensprofil
Die BURKHARDT+WEBER Fertigungssysteme GmbH stellt seit 1888 in Reutlingen groß dimensionierte Bearbeitungszentren und Sondermaschinen für anspruchsvolle Fertigungsaufgaben in allen Branchen her. Das Unternehmen ist heute Teil des italienischen Maschinenbaukonzerns Gruppo Riello Sistemi. Bei BURKHARDT+WEBER bauen 220 Mitarbeiter leistungsstarke und hochgenaue Maschinen zur Bearbeitung von Stahl- und Gussbauteilen bis zu 30 Tonnen Nutzlast. Damit zählen BW-Maschinen zu den größten Bearbeitungszentren für die zerspanende Fertigung. Das Unternehmen verfügt über eine strategisch große Fertigungstiefe und stellt alle Kernbauteile der Bearbeitungszentren im eigenen Werk her, um die hohe Qualität und Leistungsfähigkeit der BW-Maschinen sicherzustellen. Weltweit führend ist zum Beispiel das original BW-Werkzeugmagazin, das komplett bestückt 570 Werkzeuge aufnimmt. Zum Kundenkreis von BURKHARDT+WEBER zählen Weltmarktführer unterschiedlicher Branchen, wie zum Beispiel Hersteller von Druckmaschinen, Großmotoren oder Nutzfahrzeug-Dieselmotoren – um nur ein paar zu nennen.

Kontakt

www.burkhardt-weber.de