Bedeutung von Design im Werkzeugmaschinenbau nimmt zu

Immer mehr Hersteller von Werkzeugmaschinen und Komponenten legen Wert auf gelungenes Design. Denn es verbessert nachweislich die Funktionalität und Ergonomie, wodurch die Produktivität bei den Anwendern steigt. Auf der Metav 2008 in Düsseldorf werden neueste Ergebnisse zu sehen sein.

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Bei Herstellern von Investitionsgütern wie Werkzeugmaschinen ist das Bewusstsein für Design noch nicht durchgängig ausgeprägt, nimmt aber stetig zu, wie Design- und Wirtschaftsexperte Prof. Dr. Peter Zec, Geschäftsführer der red dot GmbH & Co. KG, Essen, bestätigt: „Bereits Anfang der 90er Jahre haben einzelne deutsche Unternehmen der Investitionsgüterindustrie den Wert guten Designs erkannt, und es werden immer mehr. Dabei spielen natürlich andere Faktoren als bei Konsumgütern die Hauptrolle. Es geht nicht primär um schönen Schein, sondern um funktionsbetontes Design. Sicherheit und Produktivität stehen ganz oben auf der Anforderungsliste von Herstellern und Anwendern.“
Auf der METAV 2008 in Düsseldorf – der Internationalen Messe für Fertigungstechnik und Automatisierung – zeigen verschiedene Hersteller und Zulieferer des Werkzeugmaschinenbaus anhand ihrer neuesten Produkte, worauf es beim Design von Maschinen ankommt: Der Kundennutzen steht im Vordergrund. Das wird unter anderem beim neuen Design der DMG-Maschinen mit ihren um etwa 40 Prozent größeren Sicherheitsglasscheiben deutlich. Der Bediener erlebt damit den Bearbeitungsprozess ganz nah. Gerade dieses ‚Erleben’ führt zu einer stärkeren Identifikation mit dem Geschehen im Arbeitsraum und letztlich zu einer höheren Qualität.

Auffällig sind bei einigen Anbietern auch die immer größer werdenden Bedien-Bildschirme, die in ihrer Optik eher einem modernen PC-Flachbildschirm ähneln als einer Maschinensteuerung. Daraus resultiert ein großer Ablesekomfort, der durch ergänzende Zustandsanzeigen mehr Sicherheit und Effizienz gewährleistet.

Neben verschiedensten funktionsorientierten Vorteilen birgt das „Design im Werkzeugmaschinenbau“ noch mehr. Mit ansprechendem Erscheinungsbild verbindet sich eine Einzigartigkeit, die hohe Innovationskraft und Qualität ausstrahlt. Wenn diese Eindrücke bei potenziellen Kunden ankommen, wird Design automatisch zum Wertsteigerungsfaktor. Außerdem lässt sich die Wiedererkennbarkeit eines Unternehmens stärken, wenn ein ganzheitliches Corporate Design existiert, das alle Bereiche des visuellen Unternehmensauftritts – auch die Produkte – einbezieht.

Individuelles Produktdesign braucht Freiheiten. Diese Tatsache stellt jedoch keinen Widerspruch zur Normierung im Werkzeugmaschinenbau dar, wie vielleicht zu vermuten wäre. „Im Gegenteil“, erläutert Prof. Zec, „ich sehe Normierung für das Design sogar als hilfreich an, da es natürliche Grenzen der Gestaltungsräume aufzeigt. Designer stehen somit vor einer klar definierten Herausforderung. Sie müssen innerhalb der bestehenden Grenzen das Optimum an Funktionalität, Ergonomie und hochwertigem Erscheinungsbild herausholen.“
In Werkzeugmaschinen gibt es unter anderem auf Komponentenebene viele genormte Teile. Ein Thema mit dem sich Festo, Esslingen, seit vielen Jahren beschäftigt. Das Unternehmen nutzt die Chance, seine Produkte durch Design zu differenzieren. Dabei spielen sowohl Funktionalität als auch Optik eine wichtige Rolle – von der Miniaturisierung über die einfache Bedienung bis hin zur speziellen Form- und Farbgebung.

Die Optik der Komponenten und der Werkzeugmaschinen steht zwar bei der Entwicklung nicht im Vordergrund, birgt aber dennoch Potenzial, wie Prof. Zec erläutert: „Den Bedienern macht das Arbeiten an einer ergonomischen, schönen Maschine mehr Spaß. Sie sind stolz darauf, damit zu arbeiten, was sich letztlich in höherer Effizienz widerspiegelt, weil die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter größer ist.“ Außerdem gehen sie mit gut gestalteten Werkzeugmaschinen pfleglicher um und achten darauf, dass sie „gut in Schuss“ bleiben.

METAV 2008 – Rahmenprogramm

UnternehmerForum Design – Erfolgsfaktor Design für den Maschinenbau

02. April 2008, 16.00 bis 18.00 Uhr
CCD Süd, Raum 7a, Messe Düsseldorf

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
Anmeldungen über Zollverein Business Services, Markus Wessel,
Tel. 0201 8543170 wessel@hier-ist-zollverein.de

Anmerkungen:
METAV 2008 in Düsseldorf

Die nächste METAV findet vom 31. März bis 04. April 2008 in Düsseldorf statt. Sie hat sich in den geraden Jahren als eines der größten Technologieschaufenster der gesamten Fertigungstechnik und Automatisierung in Deutschland für Hersteller und Kunden aus Europa fest etabliert. Die METAV zeigt das komplette Spektrum der Fertigungstechnik. Schwerpunkte sind Werkzeugmaschinen, Fertigungssysteme, Präzisionswerkzeuge, automatisierter Materialfluss, Computertechnologie, Industrieelektronik und Zubehör. Zur Besucherzielgruppe der METAV gehören alle großen Industriezweige, insbesondere der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobil- und Zulieferindustrie, Eisen- und Stahl sowie NE-Metallindustrie und das Handwerk. Zurzeit haben sich über 760 Aussteller aus 23 Ländern angemeldet. Sie belegen rd. 52 200 m² Nettoausstellungsfläche. Die letzte METAV vor zwei Jahren zog 47 500 Fachbesucher aus 39 Ländern an. 2008 werden zeitgleich mit der METAV die beiden internationalen Leitmessen wire – Internationale Fachmesse Draht und Kabel – und Tube – Internationale Rohr-Fachmesse – stattfinden.