Fünf-Achs-Bearbeitung hebt Qualität medizintechnischer Produkte

EMO Hannover 2007 bietet Lösungen für die medizintechnische Branche

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat einen ‚Aktionsplan Medizintechnik’ beschlossen. Bis Anfang 2008 sollen Höhe und Laufzeit der Fördermittel für die Branche feststehen: Diese Finanzmittel benötigt Stryker Navigation aus Freiburg, die deutsche Tochter des US-Konzerns Stryker eigentlich nicht, denn dank ständig steigender Umsätze kann sie ihre Produkte und die dazu gehörige Produktionstechnik selbst finanzieren. Viel wichtiger sind für sie daher aktuelle Informationen über neuste Werkzeuge und Maschinen. Stryker recherchiert dazu aber nicht auf medizintechnischen Spezialmessen, sondern auf der EMO Hannover.

Zu den Spezialitäten von Stryker Navigation, einem Geschäftsbereich des US-Konzerns Stryker Corporation, zählen elektronische Navigationsinstrumente für Operationen, die dem Chirurgen mit elektronischer Bildverarbeitung und einer am Patienten befestigten mechanischen Positioniereinheit das exakte Auffinden der richtigen Operationspunkte erleichtern. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine sehr hohe Fertigungstiefe aus, die von der Prototypen-Produktion, Härterei, Zerspanung, dem Bau von Bildverarbeitungskameras bis hin zur Endmontage reicht. Zu den Zukaufteilen gehören Metallteile (wie Fräs- und Drehteile sowie Stanz- und Biegeteile) und Elektronikkomponenten. Die hoch komplexen, mechanischen Bauteile der Navigationssysteme müssen sehr leicht sein, eine hohe Oberflächengüte aufweisen, dürfen keine für den Körper gefährlichen Stoffe enthalten und müssen viele Sterilisations- und Reinigungsvorgänge problemlos überstehen.

Produktion in kleinen Losgrößen

Eine große Rolle spielen bei der Herstellung daher die Werkzeugmaschinen. „Wir setzen auf die jeweils neuste Maschinengeneration, um ein effizientes Herstellverfahren zu entwickeln“, erklärt Michael Porbadnik, Operationsmanager bei Stryker Navigation. „Wenn die Produktion eines Systems läuft, verlagern wir die Herstellung der Komponenten dann möglichst sofort zu einem externen Dienstleister.“ Der Hintergrund: Stryker braucht die Maschinen und Experten zum Entwickeln und Programmieren der nächsten Produktgeneration.

Aktuell setzt Freiburg auf Fünf-Achs-Bearbeitung bei der internen und externen Produktion der insgesamt 3 000 bis 4 000 verschiedenen Kleinstserien-Bauteile (Losgröße: 20 bis 30). Porbadnik: „Um die Bestände sehr gering zu halten, produzieren wir in kleinen Losgrößen. Daher benötigen wir Maschinen, die sich schnell rüsten lassen und die dann möglichst in dieser Aufspannung autark zerspanen. Außerdem kaufen wir uns keine Spezialanlage für eine Produktgruppe, sondern universell einsetzbare Maschinen.“ 18 Fräsmaschinen (sechs davon intern) befinden sich für Stryker Navigation im Fulltime-Einsatz. Das Gros stammt von der DMG-Gruppe.

Bild 1: ‚Ausgezeichnete’ Produktion: Stryker fertigt als eines der Kompetenzzentren für Fräsbearbeitung (im Bild eine Komponente eines Sägeblock für minimal invasive chirurgische Knieoperationen
beim Fräsen auf einem Fünf-Achsbearbeitungszentrum) auch kritische Teile mit sehr enger Toleranzlage für andere Standorte.

Span-zu-Span-Zeit: 5,0 s

Die Ansprüche an Werkzeugmaschinen bei Stryker spiegeln die neuen 5-Achs-Universal-Bearbeitungszentren von DMG wider: Die Maschinen mit Heidenhain-Steuerungen und 35-KW-Motorspindel (24 000 U/min) ermöglichen die 5-Achs-Simulationsbearbeitung. Der Linearantrieb in der X-Achse sorgt für einen Eilgang von bis zu 80 m/min. Stryker wählte die Ausstattung mit dem größten Werkzeugspeicher mit 120 Plätzen. Doppelgreifer übernehmen den Werkzeugwechsel und senken die Span-zu-Span-Zeit auf bis zu 5,0 s.

Bild 2: Spezialität aus Freiburg: Das elektronische Navigationsinstrument (im Bild ein System für orthopädische Operationen an Hüften und Knien) erleichtert dem Chirurgen mit elektronischer Bildverarbeitung und einer am Patienten befestigten mechanischen Positioniereinheit das exakte Auffinden des richtigen Operationspunktes.

Stryker Corporation, Kalamazoo/Michigan (USA)

Der Orthopädie-Weltkonzern Stryker Corporation (Stammsitz: Kalamazoo/Michigan) mit fast 17 000 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 6 Mrd. US-Dollar wächst Jahr für Jahr mit zweistelligen Raten. An den Standorten Freiburg und Kalamazoo gibt es die selbstständige Geschäftseinheit Stryker Navigation (2006: weltweit 171 Mitarbeiter, 80 Mio. US-Dollar Umsatz, jährliche Zuwachsrate 85 Prozent).

EMO Hannover 2007: Wer bietet Werkzeugmaschinen für die Medizintechnik?

Herstellern von Maschinen für die Medizintechnik auf der EMO Hannover u.a.: Chiron-Werke GmbH & Co. KG, www.chiron.de, Tuttlingen, Kern Micro- und Feinwerktechnik GmbH & Co. KG, www.kern-microtechnic.com, Eschenlohe, Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, www.hermle.de, Gosheim, PRIMACON Maschinenbau GmbH, www.primacon.de, Peißenberg, TRAUB Drehmaschinen GmbH & Co. KG, www.traub.de, Reichenbach, TRUMPF Laser- und Systemtechnik GmbH, www.trumpf-laser.com, Ditzingen, Willemin-Macodel S.A., www.willemin-macodel.com, Bassecourt/Schweiz.

Die EMO Hannover 2007 findet vom 17. bis 22. September statt. Sie ist der größte und internationalste Treffpunkt für die Fertigungstechnik weltweit. Die EMO zeigt alle Technologien, die in der Metallbearbeitung zum Einsatz kommen, spanende und umformende Werkzeugmaschinen als Herz der industriellen Fertigung, Präzisionswerkzeuge, Oberflächenbearbeitung, Software und Steuerungen für die gesamte Fertigungstechnik, Automatisierungssysteme und -komponenten, Mess-, Prüf- und Qualitätsmanagementsysteme, Maschinen und Systeme für den Werkzeug- und Formenbau u.v.m. Zur Besucherzielgruppe der EMO gehören die großen Industriebranchen, wie der Maschinen- und Anlagenbau, die Automobilindustrie und ihre Zulieferer, die Luft- und Raumfahrttechnik, Feinmechanik und Optik, Schiffbau, Medizintechnik, Werkzeug- und Formenbau, Stahl- und Leichtbau. Zuletzt präsentierten sich 2005 in Hannover 2 000 Aussteller auf 160 000 m² Nettoausstellungsfläche

Anmerkungen:
Kontakt:
Stryker Navigation
Michael Porbadnik
Operations-Manager
Bötzinger Str. 41
79111 Freiburg
Tel. +49 761 452-130
Fax +49 761 452-139
michael.porbadnik@stryker.com
www.stryker.com
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VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)
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Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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