Präzisionswerkzeuge verzeichnen anhaltende Konjunkturbelebung

Statement von Dr. Wolfgang Sengebusch, Geschäftsführer des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA

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Im ersten Halbjahr 2006 konnte die Präzisionswerkzeugindustrie an den positiven Trend aus dem vierten Quartal 2005 anknüpfen und steigende Auftragseingänge auch aus dem Inland verzeichnen.

Auf der AMB Stuttgart 2006 stellen die folgende Teilbranchen der Präzisionswerkzeugindustrie aus:
· Zerspanwerkzeuge
· Spannzeuge und
· Fertigungs- Mess- und Prüftechnik.
Gemeinsam erwirtschaften diese Teilbranchen rund die Hälfte des Umsatzes der Präzisionswerkzeuge.

Konjunktur der Präzisionswerkzeugindustrie

Zwar startete der deutsche Markt für Präzisionswerkzeuge 2005 recht schwach, legte gegen Ende jedoch deutlich zu und hat sich im ersten Quartal 2006 sehr positiv entwickelt. 2005 konnten die wenigsten ausländischen Hersteller von dieser positiven Tendenz profitieren und bis auf Japan, Österreich und China verbuchte keines der zehn wichtigsten Lieferländer nennenswerte Steigerungsraten. Die Schweiz und Italien konnten jeweils das Niveau in etwa halten.
Erst im ersten Quartal dieses Jahres zog der deutsche Markt für Importwerkzeuge wieder kräftig an, so daß die Schweiz, Österreich und Ungarn mehr Produkte nach Deutschland als im Vorjahreszeitraum lieferten. Die italienischen, französischen und tschechischen Hersteller mußten hingegen Einbußen beim Absatz in Deutschland hinnehmen.
Weltweit waren deutsche Präzisionswerkzeuge auch 2005 sehr gefragt. Das Auslandsgeschäft lief im vergangenen Jahr wieder so gut, daß die deutschen Hersteller Exportweltmeister vor Japan geworden sind. Dies setzte sich im ersten Quartal dieses Jahres mit einem Auftragsplus von insgesamt sechs Prozent fort. Beispielsweise legten die Orders aus den USA, dem wichtigsten Markt für die deutsche Präzisionswerkzeug-Industrie, in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28 Prozent zu und auch der Absatz in Tschechien konnte um zehn Prozent gesteigert werden. Die Märkte Frankreich, Italien und Schweiz tendierten hingegen etwas schwächer.
Trotz der insgesamt positiven Aussichten ist die Freude bei den Präzisionswerkzeugherstellern nicht ganz ungetrübt. Die immer noch auf Rekordniveau verharrenden Rohstoffkosten wirken sich nämlich weiterhin negativ auf das Ergebnis der Präzisionswerkzeughersteller aus, wie eine Studie der IKB Deutsche Industriebank AG kürzlich belegte.

Technische Highlights auf der AMB 2006

Die deutsche Präzisionswerkzeug-Industrie lebt wie kaum eine zweite Branche von Innovationen zur Produktivitätssteigerung ihrer Kunden. Darum sind auch auf der diesjährigen AMB viele wesentliche Trends und bahnbrechende Neuheiten zu sehen. So sind neben neuartigen Beschichtungen für Zerspanwerkzeuge innovative Werkzeugkonzepte ausgestellt, die präzise auf den Kundennutzen ausgerichtet sind und jegliches Over-Engineering vermeiden. Ebenso werden Sie modulare und „intelligente“ Zerspanwerkzeuge mit Sensoren und zusätzlichen Antrieben sowie neuentwickelte Messgeräte auf der AMB entdecken, die auf Handygröße geschrumpft sind und komfortabel im Produktionsprozeß eingesetzt werden können.
Der VDMA Fachverband Präzisionswerkzeuge ist als ideeller Träger der AMB mit einem Infostand (LOB 130) vertreten und präsentiert verschiedene Gemeinschaftsprojekte mit den Mitgliedsunternehmen.

Quelle: Messe-Stuttgart