Motorenmontage wie von Geisterhand

Kimpfler Fördertechnik baut für MTU Friedrichshafen eine Montagelinie für neue Motorenreihe

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Als ein „Projekt mit extrem hohen Anforderungen“ beschreibt Karl Kimpfler, Geschäftsführer der Kimpfler-Fördertechnik aus Weiler im Allgäu, die neue Montagelinie bei der MTU in Friedrichshafen nach der erfolgreichen Inbetriebnahme im Dezember 2005. Als Spezialist für Fördertechnik- und Automatisierung wurde sein Unternehmen von MTU mit der Planung- und Inbetriebnahme einer Montagelinie zur Montage von Schiffsmotoren beauftragt. Herzstück der Montagelinie ist eine 150 Meter lange Montagestraße für den BR 2000 CR. Die Motoren werden von 36 extrem flachen, nur 26 Zentimeter hohen und automatisch gesteuerten Transportwagen befördert und „wie von Geisterhand“ durch die gesamte Montagelinie bewegt. Von der Aufnahme des Kurbelgehäuses bis zur Abladestation.

Sein Auftraggeber, die MTU Friedrichshafen, ist ein weltweit führender Anbieter von Dieselmotoren und kompletten Antriebssystemen im Leistungsbereich zwischen 116 und 9.000 kW (158 bis 12.250 PS) für Schiffe, schwere Land- und Schienenfahrzeuge und dezentrale Energieanlagen. Die MTU-Baureihe 2000 Common Rail wurde ausschließlich für Schiffsanwendungen entwickelt, in erster Linie für Yachten, Patrouillenboote sowie schnelle kommerzielle Schiffe wie Schnellfähren. Die Baureihe gehört zu den modernsten Yachtmotoren ihrer Klasse.

Das Gesamtkonzept wurde von Kimpfler Fördertechnik aus Weiler im Allgäu, zusammen mit MTU und den Subunternehmen SEW und DPM entwickelt und gehört zur modernsten Generation fahrerlos geführter Transportsysteme. Ausgestattet mit zwei 160 Kilogramm schweren Elektromotoren bringen diese jeweils 420 Kilogramm auf die Waage. Schwer und dennoch sehr kompakt bilden sie so eine sicher rollende Unterlage für bis zu 3,8 Tonnen schwere Motoren. Die automatische Steuerung der Fahrtrichtung orientiert sich an einer Induktionsschleife, die im Boden installiert ist. Über diese Induktionsschleife werden die Fahrzeuge auch mit elektrischer Energie für die 500-Volt-Fahrmotoren und die Elektronik versorgt. Die Befehle für die automatischen Fahrbewegungen der Fahrzeuge erfolgt über ein drahtloses, lokales Netzwerk (wireless local area network, W-LAN).

Die Fahrzeuge lassen sich in zwei Betriebsarten bewegen:

– „Moving line“ bezeichnet ein Betriebsverfahren, bei dem sich die Fahrzeuge langsam und kontinuierlich fortbewegen, während die Mitarbeiter die Motoren montieren.
– Alternativ kann im Taktbetrieb gefahren werden, bei dem der Stationswechsel per Knopfdruck eingeleitet wird.

Bereits im Jahr 2001 hat Kimpfler Fördertechnik an MTU die Montagelinie für den „grossen Bruder“ BR 4000 geliefert. Diese Linie wurde als fest auf dem Fussboden installierte Förderanlage ausgeführt.

Unternehmen:
Die 1981 gegründete Kimpfler Fördertechnik ist Spezialist für Komplettlösungen. Von der Planung auf CAD bis zum letzten Handgriff bei der Endmontage. Als Generalunternehmer ist Kimpfler-Fördertechnik in den verschiedensten Branchen tätig. Unternehmen der Automobilindustie, dem Maschinen- und Anlagenbau bis hin zum Food- und Non-Food – Bereich gehören zu den Auftraggebern. Kimpfler-Fördertechnik plant und baut Anlagen für die unterschiedlichsten Transportgüter. Vom Karton bis zur Palette, vom Zylinderkopf eines PKW-Motors bis zum Schiffsmotor. Automatisierung, einfache Bodenfördertechnik, Roboterhandling, fahrerlose Transportsysteme – frei navigierend oder geführt – das Spektrum ist gross und erweitert sich ständig.

Kontakt:
Karl Kimpfler Foerdertechnik
Hauptstrasse 8
D-88171 Weiler-Simmerberg
Fon: +49 (0) 8387 – 99 111
Fax: +49 (0) 8387 – 99 112
mail: info@kimpfler-foerdertechnik.de

web: www.kimpfler-foerdertechnik.de