Deutsche Werkzeugmaschinen in Japan auf dem Vormarsch – Deutsche Aussteller auf der JIMTOF 2004 sehr zufrieden

86 deutsche Werkzeugmaschinenhersteller präsentierten sich auf der JIMTOF - International Ma-chine Tool Fair 2004 in Tokio, die am 8. November zu Ende ging.

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„Die erfreuliche Entwicklung in der japanischen Wirtschaft wirkt sich po-sitiv auf das deutsch-japanische Werkzeugmaschinengeschäft aus“, betonte Diether Klingelnberg, Vorstandsmitglied des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), vor deutschen Ausstellern und ihren japanischen Kunden anlässlich eines „German Day“ am zweiten Messetag. Insgesamt hat der Auftragseingang aus Japan im ersten Halbjahr 2004 um über 40 Prozent angezogen.

Die JIMTOF 2004 bot die erste gute Gelegenheit seit der japanischen Wirtschaftserholung, die Kunden vor Ort über moderne Hightech-Lösungen aus Deutschland zu informieren und sie von der Leistungsfähigkeit deutscher Anbieter zu überzeugen. Klar ist nach wie vor, dass deutsche Anbieter nur dann eine Chance auf dem japanischen Markt haben, wenn sie kundenspezifische Sonderlösungen anbieten und damit in eine Lücke stoßen, die von japanischen Herstellern nicht ausgefüllt wird. „Wir können in der Regel nur einen Bruchteil des gesamten Volumens erringen, und das betrifft immer die komplizierteren Fälle“, bestätigte Dr. Udo Schapp, Vertriebsdirektor bei Gleason-Hurth Maschinen und Werkzeuge GmbH, München.

2003 lag Japan mit 78 Mio. Euro und einem Anteil an den Exporten von unter 2 Prozent nur auf Platz 19 der wichtigen Ausfuhrmärkte für deutsche Werkzeugmaschinen.

Zwar fielen die japanischen Werkzeugmaschinenimporte ohne Teile und Zubehör mit 350 Mio. Euro 2003 noch bescheidener aus als in den Vorjahren. „Deutschland belegte jedoch mit einem Anteil von 22 Prozent erstmals gemeinsam mit den USA Rang 1 der wichtigsten Lieferanten“, hob Klingelnberg in Tokio hervor. Dies sei jedoch auch auf die großen Probleme der amerikanischen Werkzeugmaschinenindustrie seit 1999 zurückzuführen.

2003 wurden für 43 Mio. Euro spanende und abtragende Werkzeugmaschinen aus Deutschland geliefert, insbesondere Lasertechnik, Drehma-schinen, Verzahn- und Schleifmaschinen. Der Export von umformenden Werkzeugmaschinen lag bei 25 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr dieses Jahres entwickelten sich die deutschen Lieferungen nach Japan mit einem Anstieg von 15% erfreulich. Sie umfassten hauptsächlich Stanzmaschinen und Pressen sowie Laser und Schleifmaschinen.

Deutschland als einer der größten Märkte für Werkzeugmaschinen führt auch in großem Umfang japanische Produkte ein. Mit 13 Prozent und dem dreifachen Volumen der deutschen Exporte steht Japan auf Platz zwei der wichtigsten Lieferanten in den deutschen Markt. Traditionell sind japanische Hersteller sehr stark in den Bereichen CNC-Drehmaschinen, Bearbeitungszentren sowie Laser- und Erodiertechnik.

Aus japanischer Sicht belegt Deutschland nur Platz 7 der wichtigsten Absatzmärkte, ist mit einem Anteil von 4 Prozent alledings der wichtigste Markt in Europa. Zusätzlich wird Deutschland jedoch von japanischen Firmen über deren Produktions- und Vertriebsstätten in Europa beliefert.

Die JIMTOF ist die bedeutendste Messe für die Bearbeitung des japanischen Marktes. Die 29 deutschen Direktaussteller äußerten sich sehr zufrieden mit ihrem Messeerfolg und beurteilten die JIMTOF 2004 als die bisher beste Veranstaltung. „Wenn man die Erfahrungen der letzten 10 Jahre nimmt, ist diese JIMTOF mit Abstand die beste Veranstaltung“, bestätigt Oliver Zahn, Geschäftsführer Klingelnberg Japan Ltd. Überall sei die bessere Stimmung zu spüren. „Für uns läuft es sehr gut. Wir werden das beste Geschäftsjahr seit Bestehen unserer Niederlassung, seit 25 Jahren, in Japan haben“, bestätigte Hartmut Pannen, Geschäftsführer der TRUMPF Corporation in Yokohama. Getrieben wird das Japan-Geschäft zum einen durch die Elektroindustrie, die ihre Kapazitäten erweitert. Darüber hinaus investiert die Automobilindustrie in die Erweiterung und Modernisierung ihrer Kapazitäten, um die gestiegene Nachfrage aus den anderen asiatischen Märkten bedienen zu können, wachsenden Anforderungen durch die Globalisierung erfüllen und höheren Umweltstandards nachkommen zu können.

Die günstige Situation nutzten einige deutsche Hersteller, um sich erstmals in Japan und auf der JIMTOF zu präsentieren. „Bisher war der japanische Markt für uns eher verhalten. Mit einer für Japan neuen Technologie des Gewindefräsens hoffen wir jedoch, das ändern zu können“, zeigte sich Carsten Schmitt, Export Manager bei EMUGE Franken, Lauf a.d. Pegnitz, optimistisch. Die vielen Kontakte auf der Messe stimmten ihn positiv, daraus auch gute Ergebnisse erzielen zu können.

Positiv äußerten sich die deutschen Anbieter sowohl über Besucherqualität als auch -quantität. „Nicht nur aus Japan, sondern auch aus Taiwan, China und der gesamten Region sind Besucher hier gewesen“, zeigte sich Rainer Blank, Vertriebsleiter bei Leistritz Produktionstechnik GmbH, Nürnberg, zufrieden. Insgesamt wiesen die Veranstalter 147 250 Besucher aus, davon rd. 8 Prozent aus dem Ausland.