Deutschland baut weltweite Führungsrolle im Maschinen- und Anlagenbau aus

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau hat seine weltweite Führungsposition nach der Tendenzumfrage des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ausgebaut.

2675

„18 Prozent der Branche bezeichnen sich als Weltmarktführer“, sagte der neue VDMA-Präsident Dr. Dieter Brucklacher am Dienstag in Frankfurt. „Weitere 45 Prozent fühlen sich zur Spitzengruppe zugehörig“, ergänzte Brucklacher, der Vorsitzender der Geschäftsführung des Präzisionswerkzeugherstellers Leitz GmbH & Co. KG, Oberkochen, ist. In 18 von 31 Fachzweigen führen die deutschen Maschinenbauer den internationalen Außenhandel an.
Die Hauptkonkurrenten sitzen der Tendenzumfrage zufolge nach wie vor in Deutschland, wenngleich die Konkurrenz aus den Hauptwettbewerbsländern wie USA und Japan größer geworden ist. Zudem wächst mit der Volksrepublik China ein neuer und ernst zu nehmender Wettbewerber heran.

Unser Land braucht mehr Unternehmer und den Mut zu Veränderungen
Die deutschen Maschinenbauer sehen in der Stärkung der Produktinnovation und der Qualifikation der Mitarbeiter die wichtigsten Bereiche, um weiterhin die Spitzenposition zu besetzen. Der Erschließung der Auslandsmärkte wird nach Ansicht Brucklachers in naher Zukunft mehr Bedeutung zukommen. Dennoch sei es auch weiterhin möglich, „in Deutschland erfolgreich Unternehmen zu managen, die in ihrer Branche zu den Besten der Welt gehören“, sagte Brucklacher. „Unser Land braucht mehr Unternehmer!“ Dafür sei allerdings der Mut zu Veränderungen bei den politischen Rahmenbedingungen notwendig. „Wir brauchen vor allem Freiheiten in den Betrieben bei der Regelung von Arbeitszeit und Entgelt“, forderte der VDMA-Präsident. Als wichtigste Aufgabe sieht Brucklacher die Legalisierung der betrieblichen Bündnisse an. Damit würden „enorme Wachstumskräfte“ freigesetzt, betonte er.

Zur Steigerung des deutschen Potenzialwachstums sei es erforderlich, das Leistungspotenzial der Arbeitskräfte besser zu nutzen. „Information und Qualifizierung der Mitarbeiter, Stärkung der Eigenverantwortung, Vereinbarung von verbindlichen Zielen und Beteiligung am Unternehmensergebnis“ gehören nach Ansicht Brucklachers dazu. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung forderte er eine Ausbildung, die ziel- und bedarfsorientierter ausgerichtet sein müsse.

Der neue VDMA-Präsident will „für eine positivere Grundstimmung sorgen“, sagte er. Unternehmer müssten wieder kämpfen lernen und sich nicht von widrigen Umständen unterdrücken lassen. Am Beispiel des Leitz-Firmenverbands sei erkennbar, wie ein Familienunternehmen die Herausforderungen bestehen könne. Leitz ist mit 6300 Mitarbeitern in über 30 Ländern ein führender Hersteller von Präzisionswerkzeugen für Holz-, Kunststoff und Metallbearbeitung. Aus einem kleinen Werkstattbetrieb vor 128 Jahren ist ein weltweit operierendes Unternehmen mit einem Umsatz von 570 Millionen Euro entstanden. Brucklacher forderte, „für mehr Mut und Veränderungsbereitschaft in unserer Gesellschaft zu sorgen.“

VDMA